Libens Blog...Meine Erkenntnisse über Gott und die Welt.

24.10.2021

Prometheus brachte den Menschen das Feuer, und was das mit der Energiewende zu tun hat

Ich habe ein interessantes Video von Prof.Kruse angeschaut: Prof. Peter Kruse über Changemanagement

Und zwar finde ich, gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel die Aussagen von Prof. Kruse interessant.

Ich habe mich in der letzten Zeit ziemlich mit dem Klimawandel und der Reaktion darauf beschäftigt. Und zwar sammele ich vieles dazu auf meinem kleinen Twitter-Account @cosynox. Da habe ich nicht viele Follower, sondern bastele so vor mich hin.

Zunächst mal ist natürlich einerseits der Klimawandel eine große Veränderung, aber sie ist nicht katastrophal, so wie es von vielen an die Wand gemalt wird. Im Pliozän, vor ungefähr 5 Millionen Jahren, betrug die Temperatur auf der Erde 2-3°C mehr als heute und der CO₂-Gehalt der Atmosphäre betrug etwa 400 ppm CO₂. Also etwa wie heute. Deshalb kann man davon ausgehen, dass die jetzt schon sichere Erderwärmung eher 3°C als 1,5°C sein werden, auch wenn jetzt voll CO₂-neutral gelebt wird. Sonst kann es auch noch wärmer werden. Das Pliozän ist in Wikipedia beschrieben: Wikipedia:Pliozän und man sieht da, dass das zwar eine andere Welt war als die heutige, aber dass das eine Welt war, in der man durchaus leben kann. Wenn ich also über den Klimawandel nachdenke, dann kann ich, für mich, mich nur fragen, wie ich mich in meiner Lebenszeit an diesen sicheren Klimawandel anpassen kann und wie sich möglicherweise auch folgende Menschen an den Klimawandel anpassen können, und zwar so schnell wie möglich. Kann man als Krise begreifen, anstrengend ist das sicher, aber es geht bestimmt auch. Ich kenne wüstenartige Savannen, Andalusien, den Regenwald in der Elfenbeinküste und Nigeria, und überall könnte ich leben. Also, Angst macht mir das nicht wirklich, wenn sich hier bei uns das Klima ändert.

Angst muss es schon machen, wenn man z.B. die Dürre in Madagaskar anschaut, wo die Menschen nichts mehr zu essen und zu trinken haben.

Und heute habe ich mich mal mit den globalen Lieferketten beschäftigt, die sehr empfindlich auf Naturkatastrophen reagieren. Also, das Problem ist da die Unsicherheit auf allen Ebenen. Und es gibt ja auch Studien, die eben einen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 20 Jahren wegen des Zusammenbruchs der globalen Lieferketten voraussagen.

Aber was mich am meisten interessiert, das ist sicherlich die Energiewende, die ja auch eine Anpassung an den Klimawandel ist und ihn verringern soll. Dazu ist mir etwas besonderes aufgefallen.

Zeus wollte den Menschen das Feuer verweigern und dann hat Prometheus den Göttern irgendwann in der Steinzeit vor 100000 Jahren das Feuer entwendet und es den Menschen gebracht. Dafür wurde er an einen Berg gekettet. Aber die Menschen hatten seitdem das Feuer.

Und mit dem Feuer haben sie Tiere gebraten und Licht und Wärme gemacht. Die erste Zivilisation entwickelte sich aus der Versammlung um das wärmende Lagerfeuer. Und seit der Steinzeit hat der Mensch das Feuer, die Verbrennung, für immer mehr Zwecke verwendet. Auch zum Kochen von Wasser, und aus dem Wasserkochen ist die Dampfmaschine geworden, und dann wurde der Otto-Motor und der Diesel-Motor erfunden, in denen eben Öl und Benzin verbrannt werden.

Dann aber kam etwas Neues. Die Elektrizität wurde nutzbar gemacht und man hat Wasser gekocht, um damit Stromgeneratoren zu betreiben und hat die Städte, alle Häuser und Fabriken elektrifiziert. Heute kochen, heizen und betreiben wir alle Geräte im Haushalt mit Strom. Auch in den Fabriken läuft fast alles mit Strom.

Aber immer noch war das Feuer die hauptsächliche Quelle der Energie, bis auf Wasserkraft und Wassermühlen. Auch die Windmühlen wurden stillgelegt und man mahlt heute Mehl elektrisch. Dass es immer noch das Feuer gab, mit der die Kernkraft Elektrizität erzeugt wurde, war seit der Erfindung der Elektrizität ein Bruch der Technologie und man muss die eine Form der Energie in die andere Form umwandeln, mit Verlusten.

Und jetzt aber ist wieder etwas Neues passiert, und das ist der Clou des Ganzen: Es wurde eine Methode erfunden, um Strom nicht mehr durch Feuer, also chemische Energie, zu produzieren, sondern direkt aus dem Sonnenlicht zu generieren. Dazu brauchte man erst die Quantentheorie, die die theoretische Grundlage für die gesamte Halbleitertechnologie ist. Die Solarzelle wurde erfunden, und, passend dazu, auch leistungsfähige wiederaufladbare Batterien. Und damit ist das Feuer nicht mehr erforderlich, das ja ohnehin schon fast aus dem Haushalt verschwunden ist. Strom kann jetzt ohne Technologiebruch erzeugt werden aus Licht. In Zukunft wird auch Strom nicht mehr mit Feuer produziert, indem man Wasser kocht, sondern wird direkt aus dem Sonnenlicht gewonnen. Und das schafft in Deutschland pro Quadratmeter knapp 200 Wh. Das ist eine erhebliche Menge.

Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von bis zu 23% des einfallenden Sonnenlichtes. Die pflanzliche Photosynthese hat nur einen Wirkungsgrad von 1%. Öl, Kohle, Gas sind aus Pflanzenmaterial entstanden. Und Holz, das man auch verbrennen kann, ist ebenso mit einem Wirkungsgrad von 1% entstanden. Im Pfälzer Wald entstehen pro Jahr auf einem Hektar Wald 6 Kubikmeter neues Holz. Umgerechnet in der Energie im Holz wären das also 138 Kubikmeter Holz, die dann die Solarzellen produzieren würden.

Das bedeutet im Grunde: Das Feuer wird in Zukunft komplett überflüssig. Unsere Energie ist in Zukunft der Strom.

Und das wiederum ist eine echte Revolution für die Menschheit. Das, was die Menschheit überhaupt erst zur Menschheit gemacht hat, das fällt weg und wird ersetzt durch etwas Neues, den Strom, der eine ganz andere Charakteristik hat als das Feuer. Das ist ein echter evolutionärer Sprung.

Und das wird die Zivilisation der Menschheit massgeblich beeinflussen. Die Menschen der Zukunft werden andere Menschen sein als heute.

Wir befinden uns also im Moment genau an einem solchen Bruch von einer sicheren Seite auf eine andere sichere Seite. Und die Aufgabe jetzt ist es, die Veränderung, die Schmerzen macht, sicher zu überstehen. Und genau deshalb ist das Video vom Prof. Kruse so interessant für mich. Man muss wissen, woher man kommt, und man muss wissen, wohin man geht. Und was den eigentlichen Unterschied ausmacht, und wo der Gewinn liegt.

Soweit meine aktuellen Gedanken zu diesem Thema. Die könnte ich natürlich auch noch weiter ausführen.

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